DIE MOTIVATION BEIM HUND

Die Motivation
Die Motivation des Hundes ist das Wichtigste in der Hundearbeit. Was bedeutet aber motivieren?
Motivation heißt, durch eine bestimmte Handlung den momentanen Zustand eines jeden Individuums zu verbessern. In kurzen Worten, ich sollte meinen Hunde durch irgendwelche Mittel dahin bringen, eine gewünschte Handlung auszuführen.
Dies macht der Hund aber sicher nicht, weil wir beispielsweise so schöne Augen haben, oder so toll sind, sondern nur, um seinen momentanen Zustand zu verbessern.
Dies kann man erreichen durch Belohnung, Futter, Spiel, nette Worte, oder auch durch Strafe.

Die Belohnung
Dein Hund setzt sich, er bekommt ein Leckerli oder ein Lobwort. Dein Hund kommt auf Befehl (Wort oder Handzeichen) sofort gelaufen, wieder Leckerli, Lobwort oder ein Spielangebot.
Wichtig ist, dass diese Belohnung unmittelbar, d. h. innerhalb 1 Sekunde erfolgt, spätestens nach 3 Sekunden.
Beim Welpen darf öfters belohnt werden, auch wenn es am Anfang noch nicht perfekt ist. Beim älteren Tier erfolgt die Belohnung nur für gute, später sehr gute Leistung. Man belohnt nicht jedes Mal, sondern intermediär, d. h. jedes 2. oder 3. Mal. Das weckt den Ehrgeiz des Tieres.
Es ist außerdem wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Qualität des Futters bei der Belohnung eine wesentliche Rolle spielt. Man sollte immer verschiedenartiges Futter anbieten, je besser die Ausführung, je besser das Futter.
Beim ausgebildeten Hund muss auch nicht ständig belohnt werden, aber man sollte die Lobworte nicht ganz vergessen.
Bei der Arbeit durch Belohnung kann man zudem Verstärker wie Clicker, Worte oder Geräusche verwenden, um den Hund optimal zu arbeiten und noch besser zu motivieren.

Die Bestrafung
Es gibt eine Strafe, die sofort aufgehoben wird. Man nennt dies negative Bestrafung, d. h. der Hund soll sitzen, Du schiebst ihm am Gesäß nach unten, was, sobald er sitzt, sofort wieder gelöst wird. Das ist eine „Bestrafung“, die der Hund direkt versteht. Genauso die sogenannte positive Bestrafung: Der Welpe soll über ein Hindernis laufen, macht er nicht, also gehst Du als Welpenbesitzer weg. Er wird Dir folgen, sobald er dann bei Dir ist, ist die Strafe beendet, d. h. er ist nicht mehr alleine, sondern wieder beim seinem Besitzer.
Sehr kritisch ist die negative Strafe zu betrachten, darunter fällt. z.B. Nichtachtung, Arbeit einem Wurfgerät z. B. Fisherdisc, Wurfkette oder Sprühhalsbänder…
Das sind alles Maßnahmen, die den Hund in einen unangenehmen Zustand versetzen, der nicht aufgelöst wird. Wenn die Hund-Menschenbindung sehr gut ist, wird es den Hund nicht irritieren, anders jedoch ängstliche, unsichere Hunde.
Die große Problematik bei dieser Arbeit ist auch, dass es zu Fehlverknüpfungen kommen kann, d. h. ich werfe etwas nach meinem Hund, zufällig kommt ein Fahrradfahrer vorbei. Ein unsicheres Tier kann den Wurf dann mit dem Fahrradfahrer verbinden und dann evtl. später noch auf Fahrradfahrer anders reagieren. Die Umweltsituation ist bei dieser Arbeitsform immer zu beachten.

Sehr wichtig ist es, bei Belohnung und Bestrafung, die Latenzzeit zu beachten. Die Latenzzeit, ist die Zeit, die zwischen Befehl und Ausführung vergeht. Sie sollte beim älteren Tier optimal eine 1 Sekunde betragen. Bitte achte darauf, dass diese Zeit so kurz wie möglich gehalten wird.

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